Zwischen Rückschlägen und Regenschlacht
Nürburgring. Fünf betreute Fahrzeuge am Freitag, zwei anspruchsvolle Vier-Stunden-Rennen und ein erfolgreicher Abschluss unter schwierigen Wetterbedingungen: Der Double-Header der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie verlangte rent2Drive-MEHRTEC-racing alles ab. Beim 65. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen am Samstag und beim 66. ADAC ACAS Cup am Sonntag bewies die Mannschaft großen Zusammenhalt, starken Kampfgeist und einmal mehr ihre Kompetenz bei technischen Herausforderungen.
Umfangreiches Freitagsprogramm mit fünf Fahrzeugen
Das intensive Rennwochenende begann bereits am Freitag mit einem umfangreichen Test-, Taxi- und Permit-Programm. Insgesamt betreute rent2Drive-MEHRTEC-racing fünf Fahrzeuge. Im BMW 325i #115 absolvierten die vier britischen Piloten Sam Holman, Stuart McLaren, Thomas MacFarlane und Sean Connolly die erforderlichen Runden für ihre Nordschleifen-Permit. Auch der spanische Fahrer Manuel Cañizares Tortosa ging im Renault Mégane RS im Rahmen eines Permit-Programms auf die Strecke. Hinzu kamen der Porsche Cayman GTS „Fluffy“ #410 und der Porsche Cayman „Taxi“ #445. Komplettiert wurde das Aufgebot durch den Porsche von Medienkraftwerk, der am Freitag ausschließlich für Taxifahrten eingesetzt wurde. Neben zahlreichen Taxirunden standen wichtige Testkilometer, die Vorbereitung der Rennwagen und die Betreuung der Permit-Piloten im Mittelpunkt. Für Fahrer, Mechaniker und Helfer bedeutete das bereits zum Auftakt einen langen und arbeitsreichen Tag.
Technische Rückschläge bei NLS8
Am Samstagmorgen begann das 65. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen mit dem Qualifying. Schon während des Zeittrainings zeichnete sich ab, dass dieser Renntag der Mannschaft einiges abverlangen würde. Der Porsche Cayman „Taxi“ #445 wurde bei einem Zwischenfall auf der Grand-Prix-Strecke beschädigt. Unter anderem nahm der Kühler Schaden. Die Mechaniker reagierten sofort und tauschten das defekte Bauteil direkt in der Box. Mit großem Einsatz gelang es ihnen, den Cayman wieder rechtzeitig einsatzbereit zu machen. Auch am Porsche Cayman GTS „Fluffy“ #410 traten technische Probleme auf. Erneut arbeitete die Crew mit Hochdruck daran, das Fahrzeug für den Start vorzubereiten. Dank dieser gemeinsamen Anstrengung konnten schließlich beide Porsche das Vier-Stunden-Rennen aufnehmen. Den „Fluffy“ pilotierten Jérôme Larbi, „Marco Vitonelli“, „Spandexia“ und David Ackermann. Im „Taxi“ wechselten sich Joël Le Bihan, Alexander Weber, Tobias Kracht und Manuel Cañizares Tortosa ab. Trotz der intensiven Arbeit und aller Bemühungen blieb der erhoffte Erfolg aus: Beide Cayman mussten das Rennen vorzeitig beenden. Für einen versöhnlichen Abschluss des Samstags sorgte der BMW 325i #115. Holman, McLaren, MacFarlane und Connolly erreichten gemeinsam das Ziel und schlossen damit ihr Permit-Programm erfolgreich ab – ein wichtiger Erfolg nach einem ansonsten schwierigen Renntag.
Mit zwei Porsche in den zweiten Renntag
Am Sonntagmorgen wartete mit dem 66. ADAC ACAS Cup bereits die nächste Herausforderung. Der Blick in den Himmel ließ früh erkennen, dass das Wetter im weiteren Tagesverlauf eine entscheidende Rolle spielen könnte. Das Qualifying fand zunächst unter weitgehend trockenen Bedingungen statt. Trotz einiger Schwierigkeiten im Zeittraining brachte die Mannschaft erneut beide Einsatzfahrzeuge rechtzeitig an den Start. Im Porsche Cayman GTS „Fluffy“ #410 wechselten sich Jérôme Larbi, „Marco Vitonelli“, Tobias Kracht und David Ackermann ab. Den Porsche Cayman „Taxi“ #445 teilten sich Joël Le Bihan und Marcel Weber.
Marcel Weber unterstützt Joël Le Bihan als Coach
Im Cayman #445 übernahm Marcel Weber am Sonntag zusätzlich eine besondere Aufgabe: Als Coach unterstützte er Joël Le Bihan mit seiner Erfahrung und gab dem französischen Piloten gezielte Hinweise für seine weitere Entwicklung. Gemeinsam arbeiteten beide an Linienwahl und Rundenzeiten sowie daran, Le Bihan noch mehr Sicherheit und Vertrauen im Fahrzeug zu vermitteln. Diese persönliche und praxisnahe Betreuung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von rent2Drive-MEHRTEC-racing. Sie ermöglicht es den Piloten, unmittelbar von der Erfahrung ihrer Teamkollegen zu profitieren und sich unter realen Rennbedingungen weiterzuentwickeln.
Starkes Debüt von Tobias Kracht auf „Fluffy“
Für ein sportliches Ausrufezeichen sorgte Tobias Kracht. Am Sonntag bestritt er sein erstes Rennen für rent2Drive-MEHRTEC-racing am Steuer des Porsche Cayman GTS „Fluffy“ #410. Mit einer Zeit von 9:34,956 Minuten fuhr Kracht die schnellste Rennrunde des Teams. Damit unterstrich er eindrucksvoll, wie wertvoll seine Erfahrung und die zahlreichen in der RCN gesammelten Nordschleifen-Kilometer sind. Mit seinem konzentrierten und zugleich schnellen Einstand überzeugte der Neuzugang die gesamte Mannschaft. rent2Drive-MEHRTEC-racing freut sich, Tobias Kracht als neuen Fahrer im Team begrüßen zu dürfen.
Regenschlacht in der letzten Rennstunde
Im weiteren Rennverlauf verschlechterte sich das Wetter zunehmend. In der letzten Stunde setzte Regen ein und verwandelte die Nordschleife in eine anspruchsvolle Herausforderung für Fahrer und Mannschaft. Auf der Strecke kam es nun vor allem darauf an, die Fahrzeuge unter den schwierigen und wechselhaften Bedingungen sicher zu kontrollieren. Gleichzeitig musste die Boxencrew schnell und präzise reagieren. Der Wechsel von Slicks auf Regenreifen erforderte die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt und perfekt abgestimmte Abläufe. Nach den Rückschlägen vom Samstag wurde die Mannschaft schließlich für ihren Einsatz belohnt: Beide Porsche erreichten sicher das Ziel. Die Erleichterung bei Fahrern, Mechanikern und allen weiteren Teammitgliedern war entsprechend groß.
„Genau dieses Ergebnis haben wir als Team gebraucht“
Teamchef David Ackermann zog nach drei intensiven Tagen ein positives Fazit: „Dieses Wochenende hat uns wirklich alles abverlangt. Am Samstag haben unsere Mechaniker unglaublich gearbeitet und bis zuletzt dafür gekämpft, beide Porsche im Rennen zu halten. Leider wurden wir für diesen Einsatz nicht mit den erhofften Zielankünften belohnt. Umso wichtiger war der Sonntag. Unter diesen schwierigen Bedingungen beide Fahrzeuge sicher ins Ziel zu bringen, war eine großartige Leistung unserer Fahrer und der gesamten Mannschaft. Genau dieses Ergebnis haben wir als Team gebraucht.“
Auch mit der Entwicklung seiner Piloten zeigte sich Ackermann sehr zufrieden: „Marcel hat Joël mit seiner Erfahrung unterstützt und ihm viele wertvolle Hinweise gegeben. Diese Form des Coachings hilft einem Fahrer, sich Schritt für Schritt zu verbessern und gleichzeitig mehr Sicherheit im Auto zu gewinnen. Tobias ist sein erstes Rennen auf unserem ‚Fluffy‘ sehr konzentriert angegangen und hat mit seiner Rundenzeit von 9:34,956 Minuten sofort ein starkes Zeichen gesetzt. Man sieht deutlich, dass seine Erfahrungen aus der RCN Früchte tragen. Wir freuen uns sehr, ihn als neuen Fahrer in unserem Team begrüßen zu dürfen.“ Abschließend richtete der Teamchef den Blick bereits auf die nächste Herausforderung: „Bei uns gibt auch an schwierigen Tagen niemand auf. Jeder hilft mit, übernimmt Verantwortung und kämpft für dasselbe Ziel. Darauf bin ich sehr stolz. Ein großes Dankeschön geht an unsere Mechaniker, Ingenieure, Fahrer, Helfer und Partner. Ohne ihren Einsatz wäre ein solches Wochenende nicht zu bewältigen. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt uns allerdings nicht. Wir stecken bereits mitten in den Vorbereitungen für das kommende Wochenende. Beim ADAC-1000-km-Rennwochenende am Nürburgring gehen wir mit unserem BMW E36 M3 an den Start. Wir freuen uns auf ein spannendes Rennen, ein faszinierendes Starterfeld und die nächste große Herausforderung auf der Nürburgring-Gesamtstrecke.“ rent2Drive-MEHRTEC-racing verlässt den NLS-Double-Header damit nicht nur mit wichtigen Erkenntnissen, sondern vor allem mit neuer Motivation und dem guten Gefühl, auch unter schwierigsten Bedingungen als Mannschaft zusammenzustehen.
Text: rent2Drive-racing, Fotos: Diana Ackermann

