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Klassentitel für Müller/Ackermann beim DHLM-Saisonfinale

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Meisterlich trotz Eifelwetter und halber Tankstelle

Nürburgring. Vier Rennwagen, sechs Mechaniker, zwei Dreistundenrennen und Eifelwetter in nahezu allen Variationen: Beim ADAC-1000-km-Rennwochenende ging für rent2Drive-MEHRTEC-racing die Premierensaison in der Deutschen Historischen Langstrecken-Meisterschaft (DHLM) zu Ende. Das Döttinger Team verabschiedete sich mit zwei Klassensiegen und dem Meistertitel in der Klasse 38 aus der ersten Saison der noch jungen Rennserie.

Vier Fahrzeuge und eine kleine Mannschaft

Beim Saisonfinale auf der Nürburgring-Nordschleife trat rent2Drive-MEHRTEC-racing mit vier Fahrzeugen an. Felix Feltes und Michel Welter aus Luxemburg teilten sich den Alfa Romeo 1750 GTAm mit der Startnummer 579. Im BMW M3 E36 #548 wechselten sich Karl Pflanz und der Italiener Gabriele Tramonti am Steuer ab. Stefan Müller und Teamchef David Ackermann pilotierten den knallorangefarbenen BMW M3 E36 „Bestie“ mit der Startnummer 543. Komplettiert wurde das Aufgebot durch den Porsche 964 Cup #964, der von Ivan Reggiani aus der Schweiz und Charles Kauffman aus Luxemburg gefahren wurde. Das Programm hatte es in sich: sowohl am Samstag als auch am Sonntag standen ein Qualifying am Morgen und anschließend ein dreistündiges Rennen auf der 24,358 Kilometer langen Kombination aus Nordschleife und Grand-Prix-Strecke auf dem Zeitplan.

Doppelerfolg in der Klasse 38

Freitag und Samstag präsentierte sich die Eifel bei trockenen Bedingungen und Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad von ihrer freundlichen Seite. Im dritten Saisonlauf gelang rent2Drive-MEHRTEC-racing ein perfektes Ergebnis in der Klasse 38. Müller und Ackermann gewannen die Klasse mit 16 absolvierten Runden. Ihre Teamkollegen Pflanz und Tramonti komplettierten als Zweite den Doppelerfolg. In der Gesamtwertung belegten die beiden BMW M3 E36 die Positionen 34 und 46. Auch der Porsche 964 Cup erreichte nach 17 Runden das Ziel. Reggiani und Kauffman wurden Dritte der Klasse 35 und belegten im Gesamtklassement Rang 27. Feltes und Welter brachten den Alfa Romeo nach 15 Runden auf dem zweiten Platz der Klasse 57 und der 49. Gesamtposition ins Ziel. Damit hatte die kleine Mannschaft bereits am Samstag alle vier Fahrzeuge erfolgreich durch das erste Dreistundenrennen gebracht.

Zwischen Regenradar und Reifenpoker

Am Sonntag zeigte sich die Eifel von einer gänzlich anderen Seite. Schon vor dem Start liefen in der Box die Wetter-Apps heiß. Regenradar um Regenradar wurde studiert, diskutiert und wieder verworfen, um für das Saisonfinale die richtige Reifenentscheidung zu treffen. rent2Drive-MEHRTEC-racing schickte seine Fahrzeuge auf Regenreifen ins Rennen – eine Entscheidung, die sich zunächst als richtig erwies. Kurz nach dem Start setzte kräftiger Regen ein und verlangte Fahrern und Mannschaft höchste Konzentration ab. 

Doch typisch Eifel: während die Nordschleife zu Beginn noch vollständig nass war, trocknete die Strecke im weiteren Verlauf immer stärker ab. In der letzten Rennstunde kehrte schließlich die Sonne zurück. Für Fahrer und Mannschaft bedeutete dies, die Bedingungen permanent neu einzuschätzen und die Reifenstrategie entsprechend anzupassen. Müller und Ackermann ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Mit 14 Runden gewannen sie erneut die Klasse 38 und belegten einen starken 16. Gesamtrang. Der zweite Klassensieg des Wochenendes brachte zugleich die Entscheidung in der Meisterschaft: Stefan Müller und David Ackermann sicherten sich den DHLM-Titel in ihrer Klasse.

Pokal für den Porsche

Ebenfalls erfolgreich verlief das Saisonfinale für Reggiani und Kauffman. Das Duo brachte den Porsche 964 Cup nach 15 Runden als Elfter der Gesamtwertung ins Ziel und belegte den zweiten Platz in der Klasse 35. Bei der anschließenden Siegerehrung durfte sich die Mannschaft damit über einen weiteren Pokal freuen. Weniger Glück hatten Pflanz und Tramonti. Ihr BMW M3 E36 musste nach drei Runden mit einem Antriebswellenschaden abgestellt werden. Feltes und Welter nahmen rund eine halbe Stunde vor dem Ende des Rennens den Alfa Romeo vorsorglich aus dem Wettbewerb. Mit elf absolvierten Runden wurden sie dennoch gewertet und belegten erneut den zweiten Platz der Klasse 57.

„Ein Titel für die gesamte Mannschaft“

Teamchef David Ackermann zog nach dem intensiven Wochenende ein entsprechend positives Fazit: „Unsere erste DHLM-Saison direkt mit einem Klassentitel zu beenden, ist etwas ganz Besonderes. Stefan und ich hatten an diesem Wochenende ein sehr zuverlässiges Auto und konnten auch bei den schwierigen Bedingungen am Sonntag einen kühlen Kopf bewahren. Dieser Titel gehört aber nicht nur den Fahrern, sondern der gesamten Mannschaft.“ Ein besonderer Dank ging an die Mechaniker Martin, Roman, Kai, Leander, Vivian und Pascalina. Mit einer vergleichsweise kleinen Besetzung betreuten sie an diesem Wochenende vier Fahrzeuge und sorgten dafür, dass das umfangreiche Programm überhaupt bewältigt werden konnte. „Unsere Mannschaft hat erneut gezeigt, was mit Zusammenhalt, Einsatzbereitschaft und gegenseitiger Unterstützung möglich ist. Jeder hat mitgedacht und überall dort angepackt, wo gerade Hilfe benötigt wurde. Vier Fahrzeuge mit einer so kleinen Crew durch ein komplettes Rennwochenende zu bringen, verdient größten Respekt“, so Ackermann. Selbst an der Tankstelle war Improvisationstalent gefragt: Da lediglich jede zweite Zapfsäule geöffnet war, entwickelte sich auch das Betanken der Fahrzeuge zu einer zusätzlichen logistischen Herausforderung. Doch selbst diese Hürde nahm die Mannschaft mit Geduld, Organisation und dem inzwischen teamtypischen Zusammenhalt.

Keine Zeit zum Durchatmen

Viel Zeit, den Meistertitel zu feiern, bleibt rent2Drive-MEHRTEC-racing nicht. Bereits am kommenden Samstag, 26. September, steht mit dem „Preis der Erftquelle“ der nächste Lauf der Rundstrecken-Challenge Nürburgring auf dem Programm. Das Döttinger Team setzt dort den Renault Mégane von Lukas Schwenk und David Ackermann ein. Das Duo reist mit Chancen in der Meisterschaft zum Saisonlauf. Außerdem gehen Matiss und Mikelis Mezaks im BMW 325i für rent2Drive-MEHRTEC-racing an den Start. Nach dem erfolgreichen Abschluss der DHLM-Premierensaison richtet die Mannschaft den Blick damit bereits auf die nächste Entscheidung – erneut auf jener Strecke, auf der zwischen Sonnenschein, Regen und Eifelnebel bekanntlich alles möglich ist.

Text: rent2Drive-racing, Fotos: Diana Ackermann